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Impfungen von Kaninchen


RHD, Rabbit Haemorrhagic Disease, Chinaseuche

RHD ist eine kaninchen- und hasenspezifische Viruserkrankung, die nicht auf andere Tierarten oder den Menschen übertragbar ist.

Beim RHD-Virus handelt es sich um ein Virus, das sehr langlebig ist und eine hohe Überlebenszeit in der Umwelt aufweist, selbst bei extremen Witterungsverhältnissen. Es wird sowohl über Speichel, Urin und Kot als sogenannte Tröpfcheninfektion von Tier zu Tier, als auch über belebte Vektoren wie Stechmücken, Flöhe, Milben, Zecken und Läuse, und über unbelebte Vektoren wie verseuchtes Grünfutter übertragen. Die meisten Fälle von RHD werden in den Monaten Mai bis Oktober beobachtet, jedoch ist eine Erkrankung in den übrigen Monaten ebenfalls möglich. Die Inkubationszeit beträgt 1 bis 3 Tage. Die Tiere zeigen plötzlich eine erschwerte Atmung, Fressunlust und Apathie. Auch plötzliche Todesfälle kommen vor. Erkrankte Tiere verenden nach 2 bis 3 Tagen unter Erstickungskrämpfen mit Blutaustritt aus der Nase.

Mit der RHD-Impfung können Sie Ihr Kaninchen wirksam gegen diese Erkrankung schützen. Gesunde Jungtiere ab einem Alter von 5 Wochen und erwachsenen Tiere können geimpft werden. Die Impfung ist jährlich aufzufrischen. Wir verwenden in unserer Praxis einen neuen Kombinationsimpfstoff aus Myxomatose und RHD.

Myxomatose:

Die Myxomatose wird durch ein pockenverwandtes Virus ausgelöst. Die hoch ansteckende Krankheit nahm ihren Ursprung in Südamerika und verbreitete sich erst nach 1950 in Europa. Seither führt sie immer wieder zu seuchenhaftem Kaninchensterben. Wenn man im Sommer in der Dämmerung durch Parkanlagen spazieren geht, sind die erkrankten Wildkaninchen häufig auf den Wiesen zu sehen. Typisch sind zugeschwollene Augenlider und das Anschwellen des gesamten Kopfes, so dass dieser wie ein Löwenkopf aussieht.

Übertragen wird das Virus durch Stechmücken und Flöhe. Diese nehmen den Erreger mit der Blutmahlzeit infizierter Tiere auf und übertragen ihn beim Stechen auf das nächste Kaninchen. Da Mücken auch in unseren Wohnungen anzutreffen sind, ist es durchaus möglich, dass auch ein nur im Haus gehaltenes Kaninchen angesteckt werden kann. Außerdem ist die direkte Übertragung durch Beschnuppern oder durch mit dem Erreger behaftete Gegenstände oder Futter möglich.

Die Erkrankung äußert sich erstmals 5-10 Tage nach der Infektion. Zunächst scheinen die betroffenen Tiere nur lichtempfindlich zu sein. Sie zeigen eine eitrige Bindehautentzündung. Im weiteren Krankheitsverlauf bildet sich der „Löwenkopf“: Schwellung der Nase, der Augen- und Ohrumgebung und der Lippen sowie von After und Scheide bzw. Hoden. Später kommt es im Zusammenhang mit einem sich entwickelnden eitrigen Schnupfen zu Atemnot. Die betroffenen Kaninchen wollen nicht mehr fressen und werden somit schwächer. Bei einem weniger dramatischen Krankheitsverlauf, den ein Teil der betroffenen Kaninchen überlebt, können sich anstelle der Schwellungen kleine Knötchen in der Haut bilden.

Wir verwenden in unserer Praxis einen neuen Kombinationsimpfstoff aus Myxomatose und RHD. Eine Impfung kann ab der 5. Lebenswoche bei unseren Hauskaninchen durchgeführt werden. Der Impfschutz ist ab der 3. Woche nach der Impfung belastbar und hält 1 Jahr an. Die früher übliche Auffrischung der Impfung nach 3-4 Wochen bei der Grundimmunisierung und die halbjährliche Wiederholungsimpfung entfallen damit. Es ist nur noch eine jährliche Impfung notwendig. Da die Impfung oft mit einem abgeschwächten Pocken-Virus und nicht mit dem Myxomatose-Erreger selbst erfolgt, bildet sich an der Impfstelle meist eine vorübergehende Schwellung.

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Copyright © 2016. Tierärztliche Praxis | Dr. med. vet. Tanja A. Domurath | Friedrich-Ebert-Straße 94 | 47800 Krefeld